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Amadeus THEATRIUM im Packhaus

Die filmische Umsetzung von "Amadeus" von Autor Peter Shaffer und Milos Forman war schnell vergessen. Detlef Heinichen gelang mit seiner Interpretation ein spannendes Spiel um Macht, Intrigen, Genie und Frustration. Er selbst verkörperte in einer überzeugenden Maske den alten Salierie, der die Bilanz seines Lebens zieht. Sein Verhältnis zu Wolfgang Amadeus Mozart steht dabei im Mittelpunkt.

Die fiktiven Begebenheiten zwischen Antonio Salieri und Wolfgang Amadeus Mozart werden durch Erzählungen mit den Figuren lebendig. Die Intrigen von Salieri gegen den naiven, kindlichen Mozart bestimmen das Schicksal des Genies. Trotz aller Rückschläge schreibt Mozart weiterhin wunderbare Musik, die ihr Publikum findet. Am Ende steht Mozarts früher Tod, der, so will es das Stück, durch Salieri's Handeln herbeigeführt wird. Aber auch hier muß Salieri sein Scheitern erkennen. Mozarts Musik ist unsterblich.

In kurzweiligen 2 1/2 Stunden zeigt Detlef Heinichen, selber ein großer Freund guter Musik, was passieren kann, wenn Genie auf Mittelmäßigkeit, jung auf alt, Unkonventionalität auf Tradition stösst. Sein Spiel mit und ohne Figuren ist dabei, von seiner Persönlichkeit geprägt, stets kraftvoll und raumfüllend. Das spartanische Bühnenbild, die gute Lichtführung und die dezenten Umbauefekte lassen die Figuren gut zur Geltung kommen. Hier zeigt sich die Meisterschaft von Matthias Hänsel, der die Figuren und die Ausstattung gestaltet hat. Uns wurde großes, ja großartiges Theater geboten. Danke.