Rückblick

22. Pole Poppenspäler Tage 2005

Paganini
Figurentheater Raphael Mürle

Paganni.- Die Magie der Töne Raphael Mürle bewies mit seiner Inszenierung einmal mehr sein besonderes Talent. Die tragische Leidensgeschichte des außergewöhnlichen Geigenvirtuosen erzählte Mürle zur Musik des Meisters in bildhaften Szenen, in denen das Instrument im Mittelpunkt stand. So dienten Geigenkästen als Kulisse, aus Violinenkästen entstiegen Figuren, Köpfe wurden auf Geigenhälse gesteckt und erwachten durch das Geigenspiel zum Leben. Das Leben des Genies ist eine Geschichte eines berühmten Stars, dem die Frauen zu Füßen lagen, aber auch eines kranken Mannes, der von Quacksalber zu Quacksalber zieht, um von seiner Syphilis-Erkrankung geheilt zu werden. Zu Lebzeiten führte Paganni ein unstetes Künstlerdasein, bis zur Erschöpfung arbeitete er, um dann nicht einmal nach dem Tod seine letzte Ruhe finden zu können. Erst nach 36 Jahren erlaubte die katholische Kirche die Beisetzung in Parma. Das Publikum war begeistert. Ein nicht enden wollender Applaus war die Belohnung für diese künstlerische Darbietung des Marionettenspiels. „Der graziöse Tanz einer vielgliedrigen Heuschrecke zu Klängen Pagannis war einfach atmen beraubend“ so eine faszinierte Zuschauerin.