Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2004

Zurück zur Übersicht 2004

Jekyll und Hyde Marotte Figurentheater

Das Figurentheater Marotte aus Karlsruhe brachte diese Erzählung von Stevenson in einer ganz modernen Weise auf die Bühne.
Die Schauspieler blieben sichtbar, bedienten die Puppen und waren Teil von ihnen, indem sie jeweils deren eines Bein und einen Arm bildeten. Verstellbare weiße oder schwarze Kulissen beschrieben den jeweiligen Handlungsraum.
Über den Kulissen schwebten Gott und Teufel und überlegten, wie sie einen Menschen glücklich, wirklich glücklich machen könnten. Aber was ist Glück? So versucht jeder von den Protagonisten auf seine Art das Glück mit dem Glücksforscher Dr. Jeykll , der in seinem Forscherleben wenig von der realen bzw. der weiblichen Welt weiß. So wird arrangiert, dass er Lucie kennen lernt. Ist es zu Beginn noch Bewunderung und Begeisterung für das weibliche Geschlecht, so wandelt es sich in Begehren, Lust und Sexualität. Scheinbar gezügelt, entwickelt sich aus einem braven Dr. Jekyll ein brutaler Mr. Hyde, dem Normen und moralische Grenzen unbekannt sind und schließlich seine Liebste tötet.

Das groteske Spiel von Thomas Hänsel und Siegmar Körner bestach durch witzige Dialoge und eine spritzige Darstellung, welche oftmals zum Lachen verführte. Aber genauso häufig blieb das Lachen im Halse stecken, denn die Glückseligkeit des einen entpuppte sich als Unglück des anderen.

Scheinbar tragen wir Menschen sowohl Gutes als auch Böses in uns. Damit verließ ein nachdenkliches Publikum die Vorstellung.