Rückblick Pole Poppenspäler Tage 2004

Zurück zur Übersicht 2004

Toccata Figurentheater Wilde & Vogel

Laut Duden ist Toccata ein "phantasiereiches Stück für Tasteninstrumente". Es beginnt mit vollen Akkorden und wird durch eingestreute Lauffiguren durchbrochen. Eine solche Musik diente der Inszenierung von Michael Vogel und Charlotte Wilde als Untermalung.

Von dunkler Bühne herab, hinter schwarzen Schleiern verborgen, spielte Charlotte Wilde Molltöne, welche die allgegenwärtige Melancholie des Bühnengeschehens intensivierte. Vor den dunklen Tüchern erschienen immer wieder neue, phantastische, vogelähnliche Gebil-de, deren Bewegungen sich ganz dem musikalischen Rhythmus anpassten. Masken, fratzenhafte Gesichter spiegelten das Leben eines außergewöhnlichen Künstlers wider. Seine Gedanken, Gefühle und verborgenen Ängste wurden in dieser Theater- Collage zu einer einzigartigen elegischen Klage.

Robert Schumann, ein begnadeter Komponist, verheiratet mit Clara Schumann, litt schon in jungen Jahren an depressiven Stimmungen. In vielen Tagebuchaufzeichnungen äußerte er sich häufig über seine Furcht, wahnsinnig zu werden . Nach unerträglichen Halluzinationen stürzt sich Robert Schumann am Rosenmontag 1854 in den Rhein. Er wird gerettet und verbringt die letzten Jahre bis 1856 in einer Nervenheilanstalt.

"Toccata, ein würdiger Abschluss für dieses Festival!", so ein Zuschauer.