Rapunzel

Figurentheater Ute Kahmann

Sehnsucht, Liebe, Eifersucht, Habenwollen, Mut, und Gewitztheit – da ist alles drin bei Rapunzel von den Brüdern Grimm. Wie eine Märchenerzählerin betrat Ute Kahmann das Bühnenrund des Aufführungsortes auf dem Lande. In einem weiten, braunen Mantel verbarg sie vieles von dem was sie für das Spiel benötigte.

Die Eule auf ihrer Schulter war dabei, wenn sie von der Sehnsucht der einen Frau nach einem Kind und dem Verlangen der anderen, schwangeren, Frau nach frischem Feldsalat, nach Rapunzeln, berichtete. Wie das Kind hergegeben werden musste und aufwuchs – liebevoll betreut und eifersüchtig bewacht in einem Turm, zu dem nur die Ziehmutter Zugang hatte.

Als ein junger Mann nach dem Ursprung eines wunderbaren Gesangs suchte, fand er das Mädchen seiner Träume. Es war Zeit für Rapunzel aufzubrechen, doch gab es vieles, was sie im Turm hielt. Es brauchte seine Zeit, bis Rapunzel und ihr Prinz einen Weg fanden, wie sie zusammen leben konnten – außerhalb des Turms.

Figuren und Requisiten waren ziemlich klein. Das glückliche Paar konnte am Ende auf der Handfläche der Spielerin sitzen. Es war einmal mehr ein Beweis dafür, dass nicht die Größe der Figuren das Wesentliche für eine spannende Erzählung ist, sondern die Art des Vortrags. Und der war so anrührend, dass die Kinder und die Großen immer dabei waren, die Charaktere des Märchens begleiteten, die sehnsüchtige Frau ebenso wie Rapunzel und ihren Prinzen.