Puppenspieler stellen sich vor: Matthias Träger

Matthias Träger, Dr. Astrid Fülbier

Erneut stellte sich bei „Puppenspieler stellen sich vor“ eine Persönlichkeit mit vielen Facetten dem Gespräch mit Dr. Astrid Fülbier und dem anwesenden Publikum. Matthias Träger – Puppenspieler und Erster Vorsitzender des Verbandes Deutscher Puppentheater e.V.. Geboren und aufgewachsen in Bremen, studierte er Kunstpädagogik und technisches Werken – schließlich wollte man ja „was Ordentliches“ lernen. Aber dann  . . . Puppenspiel! Auch „was Ordentliches“, schließlich ist Puppentheater international verständlich.

Das bewiesen die diesjährigen Pole Poppenspäler Tage in Husum einmal mehr. Matthias Träger hatte als Regisseur bei „Tierkreis – 12 Melodien der Sternzeichen“ in der Zusammenarbeit mit den italienischen Puppenspielern von „I Burattini di Luciano Gottardi“ starke Bilder entwickelt, die perfekt zu der Musik von Karlheinz Stockhausen passten.

Natürlich wissen die Besucher der Pole Poppenspäler Tage, dass Figurentheater weit mehr ist als Kasperei, aber eine solche Gänsehautaufführung ist auch für Husum ein Glücksfall. Und was treibt einen deutschen Puppenspieler nach Italien? Eine besonders gute Unterstützung von Puppenspielern jedenfalls nicht. Als Erster Vorsitzender des Verbandes Deutscher Puppentheater e.V. weiß Matthias Träger um die Stärke des Zusammenhaltes in der Berufsgruppe. Ihr beharrliches ehrenamtliches Engagement hat den Puppenspielern in den vergangenen 50 Jahren mehr Sicherheit und Anerkennung als Künstler brachte. Dem einen oder anderen mag an dieser Stelle die feine Ausstellung „50 Jahre – 50 Ansichten“ des Verbandes in den Sinn kommen, die vergangenes Jahr in den Schaufenstern zahlreicher Husumer Geschäfte zu sehen war. Auch dafür zeichnete Träger verantwortlich. Er warb die Gelder ein, die es ermöglichten, diese Ausstellung zu konzipieren und in ganz Deutschland zu zeigen.

Doch neben der internationalen Arbeit und dem ehrenamtlichen Engagement ist das das Tagesgeschäft unerlässlich: Puppenspiel! Ziemlich am Anfang seiner Berufslaufbahn stand die Zusammenarbeit mit einem Puppenspieler, der in Husum gut bekannt ist: Detlef Heinichen. Der wiederum hatte sein Handwerk in der DDR erlernt, bevor er – vor der Wende – nach Westdeutschland ausreiste und in Bremen 1986 zusammen mit Matthias Träger das THEATRIUM gründete, das 1987 eine feste Spielstätte im Packhaus im Schnoor in Bremen fand.

Matthias Träger machte sich 1991 auf neue Wege, lebte und arbeitete fast 15 Jahre in Italien, bevor er nach Deutschland zurückkehrte und in Klotten an der Mosel in der „alten HIFA-Strickwarenfabrik“ eine neue Basis fand.
Dort wurden auch die Spiele entwickelt, die während der diesjährigen Pole Poppenspäler Tage zu sehen waren: „Alles Mein! Sagt der kleine Rabe Socke“ und „Utz, der Unglücksritter“.

Dank an Mattias Träger für die unterhaltsame Plauderei!