Songs for Alice

Figurentheater Wilde & Vogel

Was hat Alice im Wunderland mit der verrückten Maske zu tun, die man im Programmheft bei dem Stück sehen konnte? Und was war das für eine Titel: Songs for Alice? Diese Maske vermittelte einen ersten Eindruck von dem ebenfalls im Programmheft versprochenen „surrealen Konzert mit E-Gitarre, E-Geige, Kontrabass, Rhythmusmaschinen und Puppen“.

Erwartete man eine konventionelle Adaption der berühmten Geschichten „Alice im Wunderland“ oder „Alice hinter den Spiegeln“ von Lewis Caroll wurde man enttäuscht. Hier war nichts zu finden, von der zuckersüß naiven Technicolorwelt Hollywoods aus der Verfilmung mit Judy Garland. Vielmehr waren für die ausgezeichnet aufspielenden Musiker die Songs eine Leitlinie, die bereits Caroll z.T. angelehnt an englische Kinderreime, in seine Erzählungen einflocht.

Es gab die erwartbaren Charaktere wie das weiße Kaninchen und den verrückten Hutmacher, doch fügten sie sich nicht in der erwarteten Weise in das Bühnengeschehen ein. Sie bleiben zeichenhafte Fragmente bei einem Theaterabend, der von der Musik dominiert wurde.

Michael Vogel schien sich dabei ganz in seinem eigenen Kosmos zu bewegen, kennzeichnete sich durch seine roten Schuhe als Alice, und animierte mit gewohnter Perfektion die skurrilen Marionetten, Masken und Großfiguren.

Musik für Alice also? Sicher nicht nur für sie sondern auch für ein Publikum, das sich von bekannten Bildern frei machen und der Musik hingeben konnte.
Ein interessanter Schlusspunkt und eine ganz eigene Farbe in diesem sehr von der Musik geprägten Festival!