Tayvl mayner

die exen

Ohne Kenntnis der Sprache würde man den Titel als „Teufel mein“ interpretieren.

Und wie bei Dialekten hat die jiddische Bezeichnung einen Unterton, der dem Begriff die Schärfe nimmt. Kommt hinzu, dass Satan im Judentum keineswegs das personifizierte Böse ist, als das man ihn im Christentum oder auch im traditionellen Puppenspiel kennen lernt. Als solcher taucht Satan nur in den außerbiblischen volkstümlichen jüdischen Erzählungen des Mittelalters auf. Die sind allerdings eher als phantastische Erzählungen oder Schauergeschichten zu verstehen. Auf die Spuren genau dieser jüdischen Sagen begeben sich  Elena Schmidt-Arras und Karin Schmitt. Sie führen ihr Publikum in eine Welt aus Schatten Teufeln und jiddischer Musik. Live Gesang, Flötenspiel oder gezupfte Geige trugen in dieser Inszenierung  immer einen Hauch Melancholie in sich.

Paravents dienten zur Raumbildung auf der Bühne und als Spielschirme für das Schattenspiel. Es gab nicht nur perfektes Handschattenspiel von Karin Schmitt, sondern auch Schattenspiel mit Silhouetten und Menschenschatten. Dazu trat Schauspiel und das Spiel mit Großfiguren – einem Kind, dem Tayvl und einem Ziegenkopf. Viele altmodische Requisiten wie z.B. der Ständer für  eine Waschschüssel betonen das fast schon archaische, das dem Thema innewohnt.

Und wenn sich alles gut zueinander fügte, so sicher auch, weil der Wunsch sich in dieser Welt sicher zu bewegen u.a. dazu geführt hatte, dass die Spielerinnen Unterricht im Jiddischen genommen hatten um alles authentisch wiederzugeben.

Es war ein schöner Abend, der dem vielfältigen musikalischen Erlebnissen dieses Festivals eine weitere eigenständige Klangfarbe hinzufügte.