Jöttlich

Ute Kahmann

Die Götter leben im Olymp. Wirklich? Oder treiben sie sich in den verschiedensten Gestalten auf der Erde herum? Sind sie Konkurrenten? Feinde? Liebende? Widerspiegelt menschliches Verhalten die Götterwelt, ohne jedoch die Macht der Götter zu haben? Oder machen die Götter Anleihen bei den Menschen, die sie sich doch selber ausgedacht und erschaffen haben? Sind alle Götter mächtig? Oder sind die verschiedenen Fähigkeiten so gleichwertig, dass sie sich gegenseitig aufheben?

Ist „Göttliche“ etwas Erhabenes, dann zeigt „Jöttlich“ sehr vertraut, menschliche Verhaltensmuster aus der Sicht einer Berlinerin von heute. In den ausgewählten Geschichten aus Ovids Metamorphosen spielen Sex and Crime, Eifersucht und Machtspielchen eine sehr vertraute Rolle. Über die Jahrhunderte hat sich scheinbar nichts verändert und so folgen die Besucher so gebannt wie man Tratschgeschichten eben folgt, den Szenen mit den bisweilen eher unförmigen Tischfiguren aus Schaumstoff als da waren: Perseus, Andromeda, Hercules, Medusa, Poseidon, Venus, Echo, Daphne, Kronos, Aphrodite, Hera, Zeus und wie sie alle heißen.

Und manch einer wundert sich, welches Wissen er seit der Schulzeit mit sich herumträgt. So amüsant wie in dieser Vorstellung hätte man sich die Vermittlung in früheren Zeiten gewünscht.