Metamorphosis

Bernd Ogrodnik, Island

Bernd Ogrodnik, ein Figurentheaterspieler von Weltrang, der in Island lebt, präsentierte mit Metamorphosis (= Verwandlung) ein Best-of seines langjährigen Schaffens.
Vom ersten Moment seines Erscheinens an war eine Energie im Raum zu spüren. Seine Konzentration und Fokussiertheit in Kombination mit seinem virtuosen Spiel zog die Zuschauer sofort in den Bann des Gesehenen.

Er setzte sich nahe an den Bühnenrand und spielte mit Händen und Füßen ein altes Kräuterweiblein. Und dies so unglaublich lebendig, einfalls- und abwechslungsreich, absurd komisch und liebevoll, dass man hin- und hergerissen wurde zwischen fassungslosem Staunen und mitreißendem Gelächter. Es war pure Magie und ein außerordentlicher Hochgenuss, diesem Meister seines Fachs bei seinen fesselnden Darbietungen zuzuschauen. Nunmehr folgte die Szene einer Ehe, einzig gespielt mit Fingern: Wie alles begann, das Kennenlernen, die Heirat und wie so die Zeit vergeht, wird der Schal, den sie am Anfang strickt immer länger.  Sehr spannend auch die Interaktion zwischen Figurenspieler und Marionette – wer wird aus diesem Kräftemessen als Sieger hervorgehen? Eine bezaubernde Gute-Nacht-Pferd-Geschichte lässt ein Kind mit seinem Schaukelpferd die Welt erobern.  Und dann der Hürdensprung per Hand, der alle Zuschauer den Atem anhalten ließ! Aber auch mit einer abstrakten geometrischen Figur und einer Kugel auf abgedunkelter Bühne im fluoreszierenden Licht zeigte Ogrodnik Objekttheater vom Feinsten mit verblüffenden Effekten. Selbst die einfach dargestellte Botschaft eines Friedensengels über die einzigartige Schönheit unseres Lebens und unserer Welt wurde ergreifend und sehr poetisch vorgeführt.

Durch sein ruhiges und unaufgeregtes Spiel gab er den Zuschauern die Möglichkeit, das zu Schauende tief nachzuempfinden, echte Glücksgefühle entstehen zu lassen und das, was im Leben wichtig ist, tief in unser Herz zu transportieren: Die Liebe zum  Leben.
Eine unvergessliche Vorstellung!