Offenes Museum

Dr. Astrid Fülbier und Perdita Ehlert berichteten zu Beginn der Pole Poppenspäler Tage allen interessierten Besuchern die Highlights und Veränderungen aus dem Museumsjahr.
„Hänsel und Gretel“ die Marionetten aus der Hand von Hannelore Oehmichen, die seit mehr als 20 Jahren als Leihgabe der Augsburger Puppenkiste zu bewundern waren, sind an ihre Heimatbühne zurückgekehrt. Ihren Platz im Poppenspäler Museum haben nun die Leihgaben Rüdiger von Schlotterstein und Friedhofswärter Geiermeier aus der Inszenierung „Der kleine Vampir“ des Puppentheater Magdeburg eingenommen.
Seit dem Frühjahr gehört zum Fundus des Museums auch ein Figurensatz des Husumer Schnitzers Wilhelm Rienau (1900 – ca. 1960). Obwohl die Bekleidung dem Zahn der Zeit zum Opfer fiel, sind die Handpuppenköpfe ein großartiges Zeugnis für Regionalgeschichte. Mit Figuren dieses Schnitzers wurden von 1946 bis 1949 unter der Leitung von Claus Gräwe (1929 – 2011) Puppenspielaufführungen im Turnverein Husum realisiert. Die handgemalten Plakate dieser Aufführungen waren 2017 in der Ausstellung „Begegnung in Husum“ in der Dachgalerie des Schlosses vor Husum zu sehen.
Pünktlich zum Krokusblütenfest wurde die neue Jahrespräsentation „Alles Neu! Dieter Kieselstein zum 90. Geburtstag“ eröffnet. Hier konnte man dem Li-La-Launebär und seinem älteren Verwandten Bernie, dem Conférencier ebenso begegnen wie erstmals in Husum ausgestellten Handpuppen und Marionetten von der Gründergeneration des Verbandes Deutscher Puppentheater. Aus der letztgenannten Gruppe entfalteten die Marionetten zu „Hase und Igel“ des Marionettentheater Welle und die „Jungenbande“ des Mühlheimer Kaspertheaters einen ganz besonderen Charme.
Im Sommer war das Poppenspäler Museum als eins von neun Museen ausgewählt, sich an der digiCULT-Ausstellung „Von der Karteikarte zu digitalen Kulturlandschaften“ im Landeshaus in Kiel zu beteiligen. Dorthin reiste der Figurensatz von „Frau Holle“ aus der Hand von Till de Kock für die schleswig-holsteinische Bühne Engler und der „Faust“ den Peter Röders für dieselbe Bühne geschaffen hatte.
Etwa zur gleichen Zeit durfte der Pole Poppenspäler Förderkreis e.V. erneut eine großzügige Schenkung entgegen nehmen. Mit der „Sammlung Ursula Sutter“ erweiterte sich der asiatische Teil der Sammlung erheblich. Die Präsentation einer burmesischen Pferdemarionette wurde von den Anwesenden unisono mit einem überraschten „Oooh“ kommentiert. Die Exponate aus Burma, Indien und Indonesien sollen in den kommenden Jahren erfasst, aufgearbeitet und ausgestellt werden.
Last not least wurde zum 35. Festival ein ganz besonderer Schatz im Fundus des Poppenspäler Museum gehoben. Ausgewählte Plakate vergangener Festivals wurden im Husumer Rathaus in der Ausstellung „Ein Festival für Husum“ in Kooperation mit dem Kunstverein Husum und Umgebung e.V. vom 09. September bis 28. Oktober gezeigt. Diese Ausstellung wurde ebenso wie die Wanderausstellung des Verbandes Deutscher Puppentheater e.V. „50 Jahre – 50 Ansichten“ durch einen Flyer und Sonderführungen auch während des Festivals gewürdigt.