Vom Himmel, Ein Stück

Krokodiltheater, Tecklenburg

Frau Helene Grubinger steht an der Himmelstür, um ihren „Löffel abzugeben“. Doch im Himmel ist Urlaub, schließlich gibt es Arbeitsverträge. So bekommt Frau Grubinger geschenkte Zeit, die sie für sich nutzen möchte.
In poetischen Bildern wird der Zuschauer verzaubert. Allegorien, Melodien und eine phantasievolle Bühnengestaltung geben Zeit und Raum für eine bedächtig, detailverliebte Erzählweise. Der Gesang des Vogels, das Schwingen seiner Flügel wiederholt sich, wird so lange variiert bis der zarte Flaum seines Flügels allmählich zur Erde schwebt. Welch eine Ruhe strahlt die Szenerie auf den Zuschauer aus. Endlich habe ich Muße und kann jedes Bild auf mich wirken lassen, kann genussvoll verfolgen, wie der Apfel vom Baum gepflückt, sein Geruch wahrgenommen und seine Vollkommenheit bewundert wird. Ein Geschenk der Natur, eine Kostbarkeit, die zum Apfelkuchen gebacken, mich und andere erfreut.
Doch zum Schluss wandelt sich die Stimmung. Die Realität ernüchtert mich, denn Helene muss ins Krankenhaus. Sie liegt auf der Krankenstation, medizinische Geräte um sich herum. Es bleibt ihr nicht mehr viel Zeit. Ihre Zeit ist abgelaufen. Es gibt, trotz ihres Bitten, keine Verlängerung der Lebenszeit.
Das letzte Stückchen Apfelkuchen raubt ihr die Lebenskraft. Das Licht geht aus!
Es herrscht Stille im Saal. Kein sofortiger Applaus. Doch dann- Begeisterung! Wunderbar! Ein ruhiges Stück, faszinierend! Eine wunderbare Gesangsstimme, anrührend!
Für mich ist „Vom Himmel ein Stück“ eines der besten Stücke des Festivals.