Der Drache mit dem Kaffeekrug
Stephan Rätsch

Stephan Rätsch, Penzlin

Stephan Rätsch hatte wieder einen Raum „theaterfein“ gemacht. Diesmal war es das Erdgeschoss im Speicher in Husum. Und dort entfaltete sich der ganz eigene und typische Kosmos dieses Theaters mit den Figuren aus Fundstücken, mit der prononcierten Sprache, die immer dann am besten zur Geltung kommt, wenn Stephan Rätsch Werke von Manfred Kyber ins Bild setzt.
Man muss sich darauf einlassen, auf die Bilderwelten, die so absurd scheinen und wo doch alles zusammen passt. Ein Kind verirrt sich auf der Suche nach Beeren und möchte gern wieder rechtzeitig nach Hause, damit die Eltern sich keine Sorgen machen. Der einzig mögliche Weg, der ihm offen steht, gilt als besonders gefährlich. Also muss das Kind sich wappnen und ruft seinen Schutzengel um Hilfe an.
Der ist auch da, aber am Ende, sind wir es doch selber, die sich Mut machen müssen, die eine Gefahr einschätzen und mit ihr umgehen müssen. Schutzengel hin oder her. Dennoch stärkt das Wissen um einen beschützenden Partner! Und so wird auch das Kind sicher in seinen Handlungen und alles kommt zu einem guten Ende.
Der Drache wird gezähmt – er wird in Zukunft keine Menschen mehr verschlingen, sondern seine Energie für Schöneres einsetzen. Zum Beispiel dafür, Kaffee warm zu halten, weil er so besonders gut schmeckt. Und der Drache lernt, dass er für diese Leistung geschätzt wird. Eine Bedrohung verliert ihren Schrecken. Das war eine echte Mutmachgeschichte. Wir müssen unseren täglichen Bedrohungen mutig begegnen, dann wird sich eine Lösung finden.
Am Ende sahen sich die Kinder den Bühnenaufbau und die Figuren genau an.
Es war eine interessante Vorstellung, in der man mit ganz ungewohnten Bilderwelten konfrontiert wurde. Doch genau das schätzte das Publikum.