Cardboard Carnival nach Karneval der Tiere

Lempen Puppet Theatre, Skippton, GB

Dieses Stück ohne Worte lebte ganz von der Gestik und Mimik der Figurenspielerin Liz Lempen. Verbindendes Element für das Thema welches das Lempen Puppet Theatre zur Zeit beschäftigt, war die Musik von Camille Saint-Saëns. Es ging aber auch darum zu zeigen, welche Möglichkeiten der Werkstoff Papier bietet, wenn man Phantasiegeschöpfe oder  – ganz real – die Tiere zur Musik entstehen lassen will. Und jedes Tier ist einzigartig: der elegante Schwan hat schon in seiner Entstehung eine ganz andere Struktur als der brüllende Löwe, die Geschöpfe der Luft Hühner, Vögel, Flugdinosaurier erzählen in ihrer Vielgestaltigkeit von der Evolutionsgeschichte, ein Hai zieht als Flachfigur im Wasser seine Kreise, ein Elefant mit langem Rüssel wächst aus einem Karton hervor. Es war eine außerordentlich kurzweilige Vorstellung in der die Schildkröte eine ganz besondere Rolle spielte. Bei Camille Sait Saens standen sie für die Langsamkeit der Kriechtiere. Liz Lempen ließ ihre Schildkrötendame tanzen und verwies damit auch auf die Beweglichkeit der Meeresschildkröten. Später erzählte sie, dass das fast überall verfügbare Material Papier und eben die Schildkröte, die Teil eines Umweltprojektes war, den Impuls für diese Inszenierung gaben. Liz und Daniel Lempen haben das Spiel auf einer ihrer weltumspannenden Tourneen entwickelt. Workshops im Figurenbau sollten ein Gefühl für die eigene Umwelt wecken. In einer Gegend in der Meeresschildkröten durch Umwelteinflüsse und Jagd massiv in ihren Bestand gefährdet sind, galt es, ein Bewusstsein für die Einzigartigkeit der Umgebung zu stärken. Und das gelang ebenso gut, wie die Vorstellung in Husum, die mit reichem Beifall gewürdigt wurde.